{"id":126040,"date":"2026-10-02T14:22:48","date_gmt":"2026-10-02T12:22:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.jomquexulvax.site\/eu-de\/?p=126040"},"modified":"2026-10-05T17:20:04","modified_gmt":"2026-10-05T15:20:04","slug":"warum-exzellente-arbeitsorte-nie-ganz-fertig-sind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jomquexulvax.site\/eu-de\/forschung\/artikel\/themen\/design\/warum-exzellente-arbeitsorte-nie-ganz-fertig-sind\/","title":{"rendered":"Warum exzellente Arbeitsorte nie ganz fertig sind"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><em>Dieser Artikel ist Teil einer Serie dar\u00fcber, wie sich die Arbeitswelt ver\u00e4ndert \u2013 und was das f\u00fcr Organisationen, Menschen und die Umgebungen bedeutet, die sie tragen. In Gespr\u00e4chen mit Fachleuten aus unterschiedlichen Bereichen versammelt die Serie verschiedene Perspektiven auf die Herausforderungen, die die Zukunft der Arbeit pr\u00e4gen.<\/em><\/p>\n<div style=\"padding: 10px 0;\"><\/div>\n<p>W\u00e4hrend sich Unternehmen an hybride Arbeitsmodelle anpassen, stellen sich viele die Frage neu, wie Arbeitsumgebungen Kultur, Zusammenarbeit und Zugeh\u00f6rigkeit f\u00f6rdern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Kim Bobsin<\/strong>, Mitgr\u00fcnder von sbp, erkl\u00e4rt, warum erfolgreiche Arbeitswelten gemeinsam mit den Mitarbeitenden und nicht f\u00fcr sie entwickelt werden \u2013 und warum die besten Umgebungen sich kontinuierlich mit den Organisationen weiterentwickeln, f\u00fcr die sie gestaltet wurden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-126042 size-large\" src=\"https:\/\/images.jomquexulvax.site\/image\/upload\/c_limit,dpr_auto,q_70,h_1024,w_1024\/v1790684967\/26-0278725.jpg\" alt=\"Image showing a headshot of Kim Bobsin, co-founder of Hamburg-based design practice sbp\" width=\"1024\" height=\"1024\" \/><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Work Better: Wie tr\u00e4gt Workplace Design dazu bei, Unternehmensidentit\u00e4t und Zugeh\u00f6rigkeit zu schaffen?<\/strong><\/p>\n<p>Innenarchitektur ist nicht nur das dekorative Sahneh\u00e4ubchen, sondern im besten Fall ein strategisches Instrument, das Kultur, Verhalten und Identifikation mit einem Unternehmen pr\u00e4gt.<\/p>\n<p>F\u00fcr uns ist Raum immer auch die physische \u00dcbersetzung der Unternehmens-DNA. Werte wie Transparenz, Agilit\u00e4t oder Zusammenarbeit lassen sich durch Grundrisse, Materialien, Sichtbeziehungen und die Art, wie Menschen miteinander interagieren, in r\u00e4umliche Erlebnisse \u00fcbersetzen. Entscheidend ist dabei die Konsistenz: Steht die gebaute Umgebung im Widerspruch zur gelebten Unternehmenskultur, leiden Vertrauen und Identifikation.<\/p>\n<p>Die erfolgreichsten Arbeitswelten gehen \u00fcber reine Funktionalit\u00e4t hinaus. Sie schaffen Rahmenbedingungen f\u00fcr Beziehungen, unterst\u00fctzen unterschiedliche Arbeitsweisen und f\u00f6rdern informelle Begegnungen.<\/p>\n<p>Ein Gef\u00fchl der Zugeh\u00f6rigkeit entsteht dort, wo Menschen sich selbst im Raum wiederfinden. Identit\u00e4t l\u00e4sst sich nicht allein \u00fcber Branding vermitteln, sie muss jeden Tag erlebbar sein. Arbeitswelten k\u00f6nnen zudem die Geschichte einer Organisation, ihrer Menschen und ihrer Entwicklung erz\u00e4hlen. In diesem Sinne wird Raum Teil des kollektiven Ged\u00e4chtnisses eines Unternehmens.<\/p>\n<p><strong>WB: Was ver\u00e4ndert sich, wenn Mitarbeitende an der Gestaltung ihres Arbeitsumfelds beteiligt werden?<\/strong><\/p>\n<p>Partizipation ver\u00e4ndert die Rolle der Arbeitsumgebung grundlegend. Statt einer fertigen L\u00f6sung, die den Mitarbeitenden auf dem Silbertablett pr\u00e4sentiert wird, entwickelt sie sich zu einem sozialen System, das gemeinsam aktiv gestaltet werden kann.<\/p>\n<p>Wenn Menschen in den Prozess einbezogen werden, erleben sie den Arbeitsplatz nicht l\u00e4nger als etwas Vorgegebenes und Unver\u00e4nderliches. Dadurch entsteht ein st\u00e4rkeres Gef\u00fchl von Verantwortung, Identifikation und Zugeh\u00f6rigkeit. Gleichzeitig steigt die Akzeptanz von Ver\u00e4nderungen, weil die Hintergr\u00fcnde neuer Konzepte nachvollziehbar werden und die Beteiligten selbst zu deren Entwicklung beigetragen haben.<\/p>\n<p>Partizipation macht au\u00dferdem sichtbar, wie Arbeit tats\u00e4chlich funktioniert. Workshops und Interviews bringen Verhaltensweisen sowie Kommunikationsmuster ans Licht, die formale Strukturen oft nicht erfassen. Dadurch wird Workplace Design realistischer und st\u00e4rker an den tats\u00e4chlichen Arbeitsweisen ausgerichtet.<\/p>\n<p>F\u00fcr Innenarchitekt*innen bedeutet das einen Rollenwechsel: vom Planer zum Moderator. Workplace Design besteht nicht nur darin, R\u00e4ume zu gestalten, sondern auch Organisationen dabei zu unterst\u00fctzen, sich auf zuk\u00fcnftige Ver\u00e4nderungen vorzubereiten.<\/p>\n<p>Eine zentrale Herausforderung: Die Ergebnisse von Beteiligungsprozessen orientieren sich oft zu sehr an heutigen Bed\u00fcrfnissen und den Problemen von gestern. Gute Moderation richtet den Blick nach vorn und bringt k\u00fcnftige Ver\u00e4nderungen gezielt in die Diskussion ein.<\/p>\n<p><strong>WB: Nachdem hybrides Arbeiten fest etabliert ist: Was muss das B\u00fcro heute bieten?<\/strong><\/p>\n<p>In das B\u00fcro der Zukunft sollte man kommen wollen \u2013 und nicht mehr m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Das B\u00fcro muss Erlebnisse bieten, die sich an anderen Orten nicht ohne Weiteres reproduzieren lassen: echte Begegnungen und ein starkes Gef\u00fchl von Verbundenheit mit der Organisation. Es muss sozialen und emotionalen Mehrwert schaffen, nicht nur funktionalen.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft: Es braucht eine breite Palette an Arbeitsumgebungen, die unterschiedliche T\u00e4tigkeiten und Bed\u00fcrfnisse unterst\u00fctzen. Standardl\u00f6sungen reichen nicht mehr aus. R\u00e4umliche und technologische Flexibilit\u00e4t wird immer wichtiger, denn Unternehmen m\u00fcssen sich laufend auf neue Gesch\u00e4ftsanforderungen, Technologien und Arbeitsweisen einstellen.<\/p>\n<p>Durch KI-gest\u00fctzte Arbeitsweisen wird sogar eine R\u00fcckkehr des Einzelb\u00fcros denkbar. Braucht die Arbeitswelt der Zukunft einen Raum f\u00fcr mich und meinen KI-Agenten? Die Frage mag heute provokant klingen, zeigt aber, wie schnell sich unsere Annahmen \u00fcber Arbeitsumgebungen \u00e4ndern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Technologie sollte das Arbeitserlebnis unterst\u00fctzen, ohne selbst zum Thema zu werden. In hybriden Arbeitsumgebungen muss sie nahtlos im Hintergrund funktionieren, sodass qualitativ kein Unterschied zwischen Pr\u00e4senzarbeit und Remote-Arbeit mehr sp\u00fcrbar ist.<\/p>\n<p><strong>WB: Welche Aspekte werden \u00fcbersehen, wenn Unternehmen \u00fcber Kultur, Wohlbefinden und Leistung nachdenken?<\/strong><\/p>\n<p>Wenn Unternehmen \u00fcber Kultur, Wohlbefinden und Leistung sprechen, konzentrieren sie sich h\u00e4ufig auf einzelne Gestaltungselemente wie M\u00f6bel, Oberfl\u00e4chen oder Pflanzen. Was dabei fehlt, ist der Blick auf die Arbeitsumgebung als Ganzes. Denn sie ist ein System, in dem gerade unscheinbare Faktoren das t\u00e4gliche Erleben am st\u00e4rksten pr\u00e4gen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Akustik, Beleuchtung, Orientierung und r\u00e4umliche Organisation beeinflussen ma\u00dfgeblich, wie Menschen sich f\u00fchlen und wie sie arbeiten. Schlechte Akustik erh\u00f6ht den Stresspegel. Unzureichende Beleuchtung beeintr\u00e4chtigt Konzentration und Wohlbefinden. Unklare Wegef\u00fchrungen erzeugen Reibungsverluste und reduzieren spontane Interaktion. Diese Faktoren wirken sich auf den Arbeitsalltag st\u00e4rker aus, als vielen Organisationen bewusst ist.<\/p>\n<p>Ein weiterer h\u00e4ufig \u00fcbersehener Aspekt ist die Beziehung zwischen Raum und Unternehmenskultur. Mitarbeitende orientieren sich st\u00e4rker an dem, was sie im Raum erleben, als an Leitbildern. Wenn ein Unternehmen Offenheit propagiert, aber keine R\u00e4ume f\u00fcr Zusammenarbeit schafft, oder Flexibilit\u00e4t betont, w\u00e4hrend die besten Fl\u00e4chen den F\u00fchrungskr\u00e4ften vorbehalten bleiben, sendet die Umgebung widerspr\u00fcchliche Signale.<\/p>\n<p><strong>WB: Was macht eine Arbeitsumgebung langfristig erfolgreich?<\/strong><\/p>\n<p>Selbst die besten Arbeitsplatzkonzepte funktionieren nur, wenn Menschen bereit sind, sie zu nutzen. Akzeptanz ist entscheidend \u2013 und F\u00fchrungskr\u00e4fte m\u00fcssen mit gutem Beispiel vorangehen.<\/p>\n<p>Das gilt besonders f\u00fcr Activity-Based-Working-Konzepte. Sie erfordern sowohl Wahlfreiheit als auch ein gemeinsames Verst\u00e4ndnis davon, wie die unterschiedlichen Bereiche genutzt werden sollen. Ohne dieses Verst\u00e4ndnis k\u00f6nnen auch hervorragend gestaltete Arbeitsumgebungen ihre Wirkung verfehlen.<\/p>\n<p>Vor allem aber: Ein exzellenter Arbeitsplatz ist nie ganz fertig. Gute Arbeitswelten sind keine einmaligen Projekte, sondern kontinuierliche Prozesse. Unternehmen m\u00fcssen immer wieder pr\u00fcfen, ob R\u00e4ume so genutzt werden wie gedacht. Regelm\u00e4\u00dfiges Feedback und gezielte Anpassungen sorgen daf\u00fcr, dass die Arbeitsumgebung mit der Organisation Schritt h\u00e4lt.<\/p>\n<h3>\u00dcber Kim Bobsin<\/h3>\n<p>Seit 1998 f\u00fchrt Kim Bobsin gemeinsam mit seinem Partner Gunnar Seel das Hamburger Planungsb\u00fcro sbp. Das Unternehmen ist auf die Entwicklung sogenannter \u201eEmotional Spaces\u201c spezialisiert und arbeitet interdisziplin\u00e4r in den Bereichen Workplace, Healthcare, Hospitality, Retail und Messe. Ziel ist es, unverwechselbare r\u00e4umliche Identit\u00e4ten zu schaffen, die Nutzererlebnis, Zugeh\u00f6rigkeit und langfristigen Unternehmenserfolg gleicherma\u00dfen st\u00e4rken.<\/p>\n<div class=\"u-shaded article-content\" style=\"padding: 40px 60px; background-color: #f5f1ed; color: black;\">\n<h3 style=\"text-align: center; white-space: nowrap;\"><strong>WEITERE ARTIKEL DIESER SERIE ENTDECKEN<\/strong><\/h3>\n<div style=\"display: flex; justify-content: space-between; gap: 40px; flex-wrap: wrap; margin-top: 30px;\">\n<div style=\"flex: 1; min-width: 300px; max-width: 500px; padding: 20px;\">\n<p><a class=\"link-highlight\" href=\"https:\/\/www.jomquexulvax.site\/eu-de\/forschung\/artikel\/themen\/hybrides-arbeiten\/was-buero-wirklich-leisten-muss\/\"><strong>Jeremy Myerson \u00fcber die Rolle des B\u00fcros<\/strong><\/a><\/p>\n<div style=\"padding: 13px 0;\"><\/div>\n<p style=\"color: black;\">Jeremy Myerson, emeritierter Professor am Royal College of Art und Gr\u00fcnder der WORKTECH Academy, erl\u00e4utert, warum das B\u00fcro als Teil eines umfassenden Arbeits\u00f6kosystems gedacht werden muss &#8211; eines Systems, das Leistung, Vertrauen und Innovation f\u00f6rdert.<\/p>\n<\/div>\n<p><!-- Article 2 --><\/p>\n<div style=\"flex: 1; min-width: 300px; max-width: 500px; padding: 20px;\">\n<p><a class=\"link-highlight\" style=\"white-space: nowrap;\" href=\"https:\/\/www.jomquexulvax.site\/eu-de\/forschung\/artikel\/themen\/kultur-talent\/hochschulbildung-neu-denken-agilitat-kompetenzen-kraft-raums\/\"><strong>Thorsten Bagschik \u00fcber die Zukunft<br \/>\nder Hochschulbildung<\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"color: black;\">Dr. Thorsten Bagschik, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der SRH University of Applied Sciences, erl\u00e4utert aus F\u00fchrungsperspektive, wie sich Hochschulen weiterentwickeln m\u00fcssen, um in einer sich rasant wandelnden Arbeitswelt relevant zu bleiben.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die besten Arbeitswelten entstehen gemeinsam mit den Menschen, st\u00e4rken Zugeh\u00f6rigkeit und entwickeln sich stetig mit dem Unternehmen weiter.<\/p>\n","protected":false},"author":80881,"featured_media":126042,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"topic":[21417],"class_list":["post-126040","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","industry-arbeitsplatz","topic-design"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.6 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Arbeitsplatzkultur st\u00e4rken durch Mitarbeiterbeteiligung | Steelcase<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Ver\u00e4nderungen am Arbeitsplatz gelingen besser, wenn Mitarbeitende mitgestalten. 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